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11.10.2010

Mittelstand nicht überzeugt von Stuttgart 21

COBUS-Marktforschung: Viele Unternehmen sehen noch nicht die Vorteile

DOWNLOAD: PM-Cobus_Mittelstand_skeptisch_bei_Stuttgart_21.pdf

Karlsruhe - Stuttgart 21 stößt auch beim Mittelstand in Baden-Württemberg auf Skepsis. Nur jeder zweite Unternehmer steht hinter dem Bahnhofsprojekt. Das ist das Ergebnis einer Befragung von 750 mittelständischen Firmen aus dem Südwesten, die das Karlsruher Marktforschungsinstitut COBUS vom 1. bis zum 8. Oktober in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsmagazin „econo“ durchgeführt hat.

Nur 21,6 Prozent der Unternehmen sind der Meinung, das Projekt sollte genau so umgesetzt werden, wie es geplant wurde. Weitere 32,2 Prozent der befragten Geschäftsführer und Bereichsleiter beurteilen Stuttgart 21 zwar eher gut, plädieren aber dafür, dass noch die wirtschaftlichen und sonstigen Bedenken gelöst werden sollen.

Die Ergebnisse der Befragung zeigen aber auch, dass die Kommunikation des Projektes bislang nicht optimal war, denn 20,3 Prozent der Unternehmer sind in ihrer Bewertung noch unentschlossen, da ihnen Fakten und Informationen zu dem Projekt nicht ausreichend bekannt sind. „Es besteht augenscheinlich auch in der Wirtschaft noch ein Informationsdefizit. Die Befragung zeigt eindeutig, dass Argumente und Fakten auch der Wirtschaft noch besser vermittelt werden müssen“, so COBUS-Geschäftsführer Uwe Leest.

 

Eher auf Ablehnung stößt Stuttgart 21 bei insgesamt 23,2 Prozent der befragten Wirtschaftsbosse. Während 8 Prozent das Projekt zwar als schlecht bewerten, sich aber eine Umsetzung nach Änderungen der Planung oder Kosten vorstellen können, votieren 9,6 Prozent für die Alternative „Kopfbahnhof 21“. 5,6 Prozent sehen das Projekt generell negativ und wollen es überhaupt nicht umgesetzt sehen, 2,7 Prozent haben keine Meinung. 

Die online befragten mittelständischen Unternehmer konnten ihre Meinung in einer offenen Antwort ohne Vorgaben begründen:  Die Befürworter sehen in Stuttgart 21 vor allem ein Zukunftsprojekt (17,2 Prozent), das Arbeitsplätze (3,9 Prozent) schafft und für wirtschaftliches Wachstum vor allem auch im Baugewerbe sorgt. Sie sehen eine Verbesserung der Infrastruktur (10,3 Prozent) durch die Schaffung der Schnellbahntrasse, die nicht nur die zukünftige Stadtentwicklung bestimmt, sondern auch das Image Baden-Württemberg als Fortschrittsland stärkt. Der gesetzliche Rahmen ist in den Augen der Befürworter gegeben (5,2 Prozent). Durch die Proteste sehen die Unternehmer, die Stuttgart 21 unterstützen, vereinzelt auch den Rechtsstaat in Gefahr, da das Projekt seit Jahren „kommuniziert, geplant und auch beschlossen“ wurde (9,4 Prozent). Zudem befürchten manche, dass Großprojekte nicht mehr realisiert werden können, weil Investoren abgeschreckt werden.

Aber auch unten den Befürwortern  werden durchaus die gestiegen Kosten als problematisch angesehen (13,3 Prozent), hier werden auch die größten Risiken gesehen. Darum bringen einige  auch eine „Deckelung der Kosten“ ins Spiel, damit das Budget nicht aus dem Ruder läuft. Immer wieder wird auch die „fehlende Transparenz“ (11,6 Prozent) genannt. So müssten etwa die „widersprüchlichen Gutachten auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft werden“. Ärgernis ist aber auch die „desolate Informationspolitik“. Daran knüpft sich auch bei einigen der Wunsch, dass die Gegner durch Argumente überzeugt und „mit ins Boot“ genommen werden müssen.

Bei den befragten Unternehmern, die das Projekt eher ablehnen, werden vor allem die fehlende Zukunftsperspektive (33,5 Prozent), zu hohe Kosten und die lange Bauzeit (29,2 Prozent) genannt. Die Gelder sollten eher in Nahverkehr, Bildung und Soziales gesteckt werden. Es wird auch die Frage gestellt, warum der neue Bahnhof in der Stuttgarter Innenstadt entstehen soll und nicht am Flughafen. Bemängelt werden immer wieder auch eine „Politik nach Gutsherrenart“ und eine „Augen zu und durch Mentalität“, die Bedenken der Bürger nicht ernst nimmt. (15 Prozent). Vieles am Projekt erscheint nicht transparent und widersprüchlich (13,3). 

Die Daten zu Stuttgart 21 wurden im Rahmen des Wirtschaftsbarometers Baden-Württemberg von COBUS in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsmagazin „econo“ erhoben, das Ende Oktober erscheint. Es bietet aktuelle Trends und Zahlen zum wirtschaftlichen und politischen Klima in Baden-Württemberg.

 

Über COBUS Marktforschung

COBUS Marktforschung beobachtet für seine Kunden aus Industrie, Wirtschaft und Verwaltung  intensiv die Märkte, Trends und Strömungen, und liefert so wichtige Fakten für Unternehmensentscheidungen. Das 1991 in Karlsruhe gegründete Marktforschungsunternehmen arbeitet mit renommierten Wissenschaftlern zusammen und nutzt deren Expertise.

Schwerpunkt der Tätigkeit von COBUS sind nationale und internationale Märkte, hier vor allem im osteuropäischen Bereich.

Pressekontakt

COBUS Marktforschung

Dilp. Ing.Uwe Leest

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Axel Dürr

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